Mein Weg zum Erfolg

Liebe Sportsfreunde, ich möchte Ihnen mit den nachfolgenden Zeilen offen aufzeigen, welchen Weg ich eingeschlagen bin, um den Stand der heutigen Leistung zu erreichen.

 

Als ich mir vor ca. 15 Jahren überlegt hatte wie ich wirklich im Taubensport weiter kommen kann. Bin ich zu folgenden Entschluss gekommen:  Erfolg kann nur an der guten Taube liegen und nicht an irgendwelchen Beiprodukten oder sonstigen Wundermitteln. Es bedarf kein besonderes Talent um zu erkennen, dass es auf meinem Schlag oder auf anderen Schlägen immer wieder vereinzelt Tauben  saßen die schneller und zuverlässiger waren als die anderen aus der gleichen Reisemannschaft, obwohl doch alle Tauben auf dem Schlag gleich geführt wurden, (Futter, Training, Motivation usw.).  Also wenn diese eine Taube es konnte, dann muss diese Taube doch besser sein als ihre Konkurrenten. Mein Entschluss war klar, ich brauchte mehr von diesen guten Tauben denn mit einer oder zwei guten Tauben kann man keine Meisterschaften gewinnen.

Ich suchte einen Züchter, der mit seinen Tauben schon seit Jahren an der Spitze im Deutschen Brieftaubensport spielte. Wer konnte es anders sein als der Großmeister Günter Prange der ja nur 20 Km entfernt wohnt und im selben Regionalverband spielt! Als ich dann auf der Regionalverbands-Ausstellung eine direkte Tochter  aus seinem  „402“ dem damaligen As-Vogel BRD erwarb, war dies der Einstieg mit Tauben von Günter Prange. Dass daraus später einmal eine  sehr gute Freundschaft zu Günter wurde, konnte ich natürlich nicht ahnen. Mittlerweile habe ich mir mit seinen Tauben einen unvergleichlichen Bestand aufgebaut. Ihm verdanke ich wirklich alles.

Früher hatte ich mir auf vielen Versteigerungen die Prange-Tauben ersteigert. Es  gab sogar Sportsfreunde, die hielten mich für bescheuert, mit den Worten: Was willst Du alles mit den Prange - Tauben, deshalb reist du auch nicht so gut wie er. Ich wusste das man Günter nicht kopieren kann aber ich wusste auch,  wenn ich nicht mit seinen Tauben weiter komme, dann ganz bestimmt auch nicht mit anderen Tauben.

Seit Jahren habe ich mir immer nur das Beste vom Besten geholt ohne Kosten zu scheuen. Wenn ich mir Tauben zum Einkreuzen geholt habe, dann waren es z.B. Jungtauben aus den Olympia Tauben von Co & Piet Verbree oder direkte Kinder des Het Wonder von Franz Werner Revermann. Selbstverständlich waren nicht alle Tauben Zuchtasse die ich mir geholt hatte, Ich war mir aber sicher, wenn ich nur Kinder aus den As-Tauben oder sogar die As-Tauben direkt  auf meinen Zuchtschlag hole, habe ich wesentlich höhere Chancen aus denen wieder  die Asse zu züchten

Aber wenn sie nach drei bis maximal vier Jahren mit verschiedenen Partnern noch immer keine guten Nachzuchten gebracht haben, dann müssen sie weg,  egal wie teuer sie waren oder was für eine „Super“ Abstammung sie haben

Durch meine eigenen Erfolge der letzten Jahre, aber besonders auch durch die vielen Rückmeldungen anderer Züchter die mit meinen Tauben oder deren Nachzuchten Spitze reisen, weiß ich dass mein Weg der Richtige war und dass ich diesen Weg weiter gehen werde. Mittlerweile konnten sich Spitzenzüchter aus Deutschland sowie aus Belgien und der Niederlande, sich aus meinem Zuchtschlag nachweislich Verstärkung holen. Hierauf bin ich besonders stolz.

Einige Züchter hatten mir nach der erfolgreichen Saison 2008 eine schlechte Saison  für 2009 prophezeit, sie meinten ich hätte meine Jungtauben sozusagen „verheizt“  (auf bis zu 450km gereist) als ich aber 2009 (Endflug 650km)mit meinen (nur) jährigen Tauben alle Meisterschaften geholt hatte, sagte man mir, dass ich mit diesen Tauben als zweijährige aber keinen Blumenpott mehr gewinnen kann. Sie wurden eines Besseren belehrt, denn auch 2010 war für mich wieder eine sehr starke Saison. Meine Tauben müssen in der Lage sein, Spitze zu fliegen von 200km bis 700km, egal ob bei bedecktem Himmel oder bei starker Hitze und Kopfwind.

Um mein Gewissen zu beruhigen werden meine Tauben alle vier Wochen durch Dr. Marien untersucht. Seit über drei Jahren habe ich kein einziges Medikament eingesetzt, (nur die Pflichtimpfung gegen PMV).  2010 habe ich noch nicht einmal gegen Trichomonaden behandelt, weder bei den Reisetauben noch bei den Zuchttauben. Ich bin ein großer Gegner von  Antibiotika und ich bin sicher, dass Antibiotika auf kurz oder lang den Bestand schwächt und anfälliger macht. Deshalb sollte eine Taube nur damit behandelt werden wenn vorher ein Resistenztest gemacht wurde und es keinen anderen Ausweg gibt. Vorbeugende Kuren gibt es bei mir nicht, die einzige Kur die ich vor der Saison und bei  einem Leistungseinbruch während der Saison mache ist ca. 10 Tage lang Prange Suppe.

Zum Thema „alle Meisterschaften wegholen“ möchte ich noch etwas sagen: Vor noch gar nicht so langer Zeit wurde gesagt, dass es in unserer stark reisenden RV nicht möglich wäre das ein Züchter alle Meisterschaften holt bzw. das ein Züchter so überragend reisen könnte, wie es in manch anderen RVen der Fall ist. An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich in etwa der gleichen Ansicht war. (seit 2008 sind wir eines Besseren belehrt worden).

Warum ich mit allen Tauben (Vögel, Weibchen, Jungtauben) versuche stark zu reisen: Um so früh wie möglich eine gute Zuchttaube erkennen zu können, werden die  Jungtaube knall hart gespielt. Deshalb spiele ich auch die totale Witwerschaft, also Weibchen und Vögel.

Prozente sind mir an Preisflügen relativ unwichtig - jede Taube,  die den Flug bestreiten kann  wird  auch eingekorbt. Nur so kann ich auch am Ende der Saison nach Leistung selektieren (Selektion nach Erfolg). Zudem ist es mir wichtig die Tauben an der Hand zu haben. Scheue Tauben haben bei mir keine Chance.